Tag der Rückengesundheit

Bandagen und Orthesen helfen bei Rückenschmerz

Rund 40 Prozent aller Erwachsenen leidet Schätzungen zufolge an Rückenschmerzen. Fast jede zehnte Krankschreibung geht nach Aussage der Techniker Krankenkasse auf Rückenprobleme zurück. Schmerzen in Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule zählen damit nicht ohne Grund zu den großen Volkskrankheiten. Neben gezielter Bewegung und der Gabe von schmerz- und entzündungsstillenden Medikamenten können vor allem auch spezielle Bandagen und Orthesen helfen. Darauf weist der Industrieverband eurocom anlässlich des 14. Tages der Rückengesundheit am 15. März 2015 hin.

Therapiebaustein Bandagen und Orthesen

„Bandagen und Orthesen sind ein wichtiger Mosaikstein bei der Behandlung von Rückenschmerzen“, bestätigt Dr. med. René Toussaint, der als Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin seit mehr als 20 Jahren Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt. Wenn die Hilfsmittel mit Maßnahmen wie Bewegungstherapie oder Gesprächen zum persönlichen Verhalten kombiniert werden, könne das die Mehrheit aller berufstätigen Rückenkranken zügig zurück ins Alltags- oder Berufsleben bringen.

Einer repräsentativen Patientenumfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der eurocom zufolge wendet jeder zehnte Deutsche Bandagen und Orthesen an. Rückenschmerzen stehen dabei an einer der ersten Stellen. Immerhin 59 Prozent der Anwender dieser Hilfsmittel verspüren weniger Schmerzen und 96 Prozent geben an, die Bandagen und Orthesen gäben ihnen ein sicheres Gefühl. Die hohe Zufriedenheit liegt auch darin begründet, dass moderne Orthesen und Bandagen atmungsaktiv und einfach zu handhaben sind. Bewegungshemmende Korsette kommen heutzutage nur noch selten zum Einsatz. Stattdessen ermöglichen aktive, dynamische Hilfsmittel wieder Bewegungen und Mobilität – und helfen so auch, einer Rückbildung der Muskulatur vorzubeugen.

Komplexes Ursachengefüge für Rückenschmerz

Bewegungsmangel, Stress, Fehlbelastungen oder auch Vorschädigungen – es gibt viele Gründe, warum der Rücken schmerzt. „Der chronische Rückenschmerz hat meist ein sehr komplexes Ursachengefüge“, sagt Rückenspezialist Dr. Toussaint. Oft gebe es dabei einen Kreislauf aus Fehlhaltung oder Fehlfunktion, Schmerz, Verspannung – und in der Folge weitere Fehlhaltung. Zwar sind 80 bis 90 Prozent der Rückenschmerzen in vier bis sechs Wochen abgeklungen. Doch Dr. Toussaint rät dazu, zum Arzt zu gehen, wenn die Beschwerden unverändert länger als vier Wochen anhalten – es sei denn, es treten zusätzlich Lähmungen beziehungsweise Inkontinenz auf oder es gibt ein erhöhtes Risiko für Frakturen der Wirbelkörper beziehungsweise für Tumorerkrankungen. Dann müssen Betroffene sofort zum Arzt.

Dem Schmerz vorbeugen

„Bewegung ist die beste Vorbeugung gegen Rückenschmerz“, sagt Dr. Toussaint. Er rät dazu, sich zwei bis drei Mal die Woche 45 Minuten intensiv zu bewegen. Infrage kommen dabei alle Ausdauersportarten und im Prinzip alle Bewegungsaktivitäten, die dem Patienten Spaß machen. Schon einfache Maßnahmen helfen: die Treppe benutzen statt Fahrstuhl oder Rolltreppe zu fahren, zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit statt mit dem Auto oder am Schreibtisch öfters mal kleine Bewegungspausen einlegen.